Migranten im Medizinsystem

Ausgabe: 1/2018

64. Jahrgang

Gesundheit für Flüchtlinge: Eine unbestimmte, unübersichtliche und umstrittene Gesundheitsversorgung in Deutschland

Fritz, Alexis

Flüchtlinge und andere Personengruppen können nach dem Asylbewerberleistungsgesetz eine elementare Gesundheitsversorgung beanspruchen, die u. a. auf die Behandlung von Akuterkrankungen und Schmerzzuständen begrenzt ist. Der Zugang zu dieser Versorgung ist länder- und kommunalspezifisch unterschiedlich geregelt und geschieht über Krankenschein oder eine elektronische Gesundheitskarte. Es ist ethisch fragwürdig, ob die aktuelle Reichweite und Durchführung der medizinischen Versorgung nach dem AsylbLG mit dem Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum und auf medizinische Versorgung in Einklang zu bringen ist. Neben den aufgezeigten Entwicklungsbedarfen ist klar ersichtlich, dass die Meldepflicht der Sozialämter von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus an die Ausländerbehörde aufzuheben ist.

Tags: Menschen ohne Aufenthaltsstatus Existenzminimum medizinische Versorgung

According to the law on welfare benefits for asylum seekers (Asylbewerberleistungsgesetz, abbr. AsylbLG) refugees and others are entitled to claim basic health care. This law limits medical care to treatment of acute diseases and pain relief. There are different regulations concerning the access to this welfare benefit in different federal states and municipalities. The access is granted either by health insurance certificate or by an electronic health card. From an ethical point of view, however, it might be questioned whether the scope and implementation of this welfare benefit is sufficient according to fundamental human rights. Moreover, social welfare offices should not be required to report illegal residents who ask for medical support to the Aliens Department.

Tags: illegal residents subsistence level health care

Zum vollständigen Artikel | Artikel bestellen

Zurück